Versicherungsberater oder Makler?

Wer darf zum PKV-Tarifwechsel beraten?

In der Vergangenheit bestanden viele Versicherungsberater darauf, dass Versicherungsmakler einen Tarifwechsel nach § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) zwar durchführen können, dafür aber kein Honorar verlangen dürfen. Sie legten die Angaben in § 34 d der Gewerbeordnung für ihre Zwecke aus. So sahen sie den Tarifwechsel als eine Rechtsberatung an, die ausschließlich Versicherungsberater gegen Honorar leisten dürften.

Das Landgericht Hamburg am 01.03.2013 (Az.: 302 O 224/12) und das Landgericht München am 16.05.2013 (Az.: HK O 5253/12) gelangten allerdings zu einem anderen Ergebnis. Auch beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist man der Meinung, dass es sich hier nicht um eine Rechtsdienstleistung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) handelt.

Pauschale oder erfolgsabhängige Vergütung?

Alle drei gehen aber davon aus, dass die Vergütung nur erfolgsabhängig erfolgen darf. Demnach dürfte ein Versicherungsmakler gar nicht gegen Pauschale oder Stundensatz abrechnen. Viele Versicherungsberater hingegen boten bis vor einiger Zeit ausschließlich die erfolgsabhängige Möglichkeit an. Aber auch hierzu gab es ein Urteil (Landgericht Hamburg, Az.: U 315 O 76/12 vom 22.03.2013), nach dem ein Versicherungsberater kein erfolgsabhängiges Honorar vereinbaren darf.

Einige Anbieter firmierten um und arbeiten heute als Versicherungsmakler. Andere dachten sich aberwitzige Konstruktionen aus, um weiterhin das erfolgsabhängige Honorar verlangen zu können. Einige führten eine hohe Pauschale von 1.000 EUR und mehr ein, andere scherten sich nicht um das Urteil und machten weiter wie bisher.

Bei Versicherungsmaklern muss das Honorar erfolgsabhängig sein

Zwar liegt dazu bisher kein hochrichterliches Urteil vor; orientiert man sich aber an den bereits ergangenen Urteilen und der Aussage des DIHK, dürfen auch Versicherungsmakler gegen Honorar zum PKV-Tarifwechsel beraten. Es muss lediglich erfolgsabhängig sein. Bei Versicherungsberatern ist es genau umgekehrt: Hier ist das Erfolgshonorar nicht erlaubt, sondern eine Pauschale oder ein Stundenhonorar üblich.

Beraten dürfen also beide. Die frühere Behauptung vieler Versicherungsberater, PKV-Versicherungsmakler dürften es rechtlich nicht, ist jetzt nicht mehr haltbar. Darum hört man von ihnen nun vermehrt, erfolgsabhängige Honorare seien gefährlich und schüfen falsche Anreize.

Seriosität und Kompetenz entscheiden

Das ist zwar grundsätzlich richtig, doch können auch andere Honorarformen von unseriösen Anbietern für ihre Zwecke manipuliert werden. Bei allen Varianten ist es möglich, das Honorar in die Höhe zu treiben. Keine ist perfekt. Entscheidend sind immer Seriosität und Kompetenz des jeweiligen Versicherungsmaklers oder Versicherungsberaters.

Aus diesem Grund lässt sich keine generelle Empfehlung nur für Versicherungsberater oder nur für Makler aussprechen. Es gab und gibt fachlich inkompetente oder unseriöse Versicherungsberater. Und es gibt gute und seriöse Versicherungsmakler, die zum PKV-Tarifwechsel beraten.

Genauso unmöglich ist es, eine Empfehlung an der Honorarform festzumachen: Wie oben gezeigt, sind Makler verpflichtet, erfolgsabhängig zu arbeiten. Umgekehrt dürfen Versicherungsberater gerade dies nicht.

Honorarhöhe als Indikator

Natürlich ist die Höhe des Honorars ein guter Indikator. Mehr als das Sechsfache der Ersparnis halte ich bei der erfolgsabhängigen Variante nicht für angemessen; ebenso pauschale Honorare über 750 Euro.

Beim Stundensatz habe ich in der Vergangenheit 130 EUR zzgl. MwSt. berechnet. Die Pauschale bot ich für 650 EUR zzgl. MwSt. an, habe das nach den Urteilen und der Entscheidung des DIHK aber eingestellt.

Heute berechne ich die effektive Beitragsersparnis von fünf Monaten zzgl. MwSt.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.