Honorarmodelle beim PKV-Tarifwechsel

Für die Beratung beim PKV-Tarifwechsel gibt es drei Honorarmodelle. Leider kann jedes von ihnen durch unseriöse Berater ausgenutzt werden.

Erfolgsabhängiges Honorar

Prinzip: Der Kunde zahlt nur, wenn er eine Ersparnis erzielt. Die tatsächliche monatliche Ersparnis wird mit einem festgelegten Faktor multipliziert.

Vorteil: Der Kunde geht kein finanzielles Risiko ein.

Gefahren:

  • Eine erfolgsabhängige Vergütung kann Berater dazu verleiten, einen billigeren und leistungsschwächeren Tarif anstelle des geeignetsten Tarifs zu empfehlen.
  • Viele Anbieter ziehen einen höheren Selbstbehalt, einen etwaigen Risikozuschlag aufgrund von Mehrleistungen oder eine Reduzierung des Arbeitgeberzuschusses nicht von der Ersparnis ab.

Fazit: Vorausgesetzt, der Faktor ist angemessen und der Kunde wird seriös beraten, ist die erfolgsabhängige Abrechnung ebenso fair wie die Abrechnung auf Stundenbasis. Wenn dem Kunden alle sinnvollen Optionen aufgezeigt werden, kann er auf dieser Basis eigenständig entscheiden und wird nicht in einen bestimmten Tarif gedrängt.

Was die Honorarhöhe angeht, ist mehr als das Sechsfache der monatlichen Ersparnis zzgl. MwSt. aus meiner Sicht auf keinen Fall gerechtfertigt. Am Markt gibt es jedoch Exzesse, bei denen Honorare sogar das Acht- bis Zwölffache der monatlichen Ersparnis zzgl. MwSt. betragen.

Bei mir hat der Kunde das Honorar nach sechs Monaten (effektive Beitragsersparnis von fünf Monaten zzgl. MwSt.) eingespart. Für alle anderen, bei denen eine Umstellung keinen Sinn macht, entstehen keine Kosten.

Honorar auf Stundenbasis

Prinzip: Die Beratungsleistung wird nach Stundensatz abgerechnet.

Vorteil: Hier fehlt für den Berater der Anreiz, einen zwar günstigeren, aber nicht geeigneten Tarif zu empfehlen.

Gefahren:

  • Berater können Mandate annehmen, bei denen sie im Vorfeld wissen, dass eine Umstellung nicht zu empfehlen ist.
  • Der Laie kann schwer überprüfen, wie hoch der Zeitaufwand tatsächlich ist. Gerät man an einen unerfahrenen oder wenig kompetenten Berater, wird er mehr Stunden benötigen und somit mehr kosten als ein fähiger und erfahrener Berater.

Fazit: Da sich meist sehr früh erkennen lässt, ob ein Wechsel ratsam ist, sollte man sich vom Berater über dessen Arbeit auf dem Laufenden halten lassen. Damit minimiert man das Risiko, bei der Abrechnung getäuscht zu werden. Man sollte auch die Honorarrechnung kontrollieren und bei Bedarf in Frage stellen.

Pauschalhonorar

Prinzip: Für die komplette Beratungsleistung wird ein Fixpreis festgelegt.

Vorteil: Auch hier fehlt für den Berater der Anreiz, in jedem Fall einen günstigeren Tarif zu empfehlen.

Gefahren:

  • Berater können Fälle übernehmen, bei denen im Vorfeld klar ist, dass sich eine Umstellung nicht empfiehlt.
  • Die Höhe des Honorars kann in Einzelfällen in krassem Missverhältnis zur angestrebten Ersparnis stehen. So berechnen einige Anbieter pauschale Honorare von über 1.000 EUR zzgl. MwSt.

Fazit: Eine pauschale Honorarabrechnung ist auf keinen Fall zu empfehlen. Entscheidet man sich gegen die erfolgsabhängige Variante, so ist die Abrechnung auf Stundenbasis gegenüber dem Pauschalhonorar vorzuziehen, da sie, anders als die Pauschale, zumindest eine gewisse Kontrolle der erbrachten Leistung ermöglicht.

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